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Kinder im Quartier – Ansprüche von Kindern und Jugendlichen

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Kinder im Quartier – Ansprüche von Kindern und Jugendlichen

Beitragvon Oliver » Do 6. Sep 2012, 12:57

Kinder im Quartier – Ansprüche von Kindern und Jugendlichen an ihre Wohnquartiere

Kinder und Jugendliche durchleben sehr rasch verschiedene Lebensphasen mit sehr altersspezifischen Bedürfnissen an ihre Wohn- und Lebensumgebung. Wie gut eine Siedlung auf die vielfältigen, alltäglichen und sich wechselnden Bedürfnisse von (Klein-)Kindern, Jugendlichen und Eltern reagieren kann, hängt von ihrer städtebaulichen Organisation und den vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten ab. Je besser die städtebauliche Struktur einer Siedlung die altersbedingten Ansprüche erfüllen kann, desto anpassungsfähiger ist sie. Das ILS NRW (Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen) hat im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts EVALO (Eröffnung von Anpassungsfähigkeit für lebendige Orte) insgesamt 608 Eltern von über 1.000 Kindern und Jugendlichen in drei verschiedenen Siedlungsformen nach der Leistungsfähigkeit ihrer Siedlung für unterschiedliche Altersgruppen gefragt. Die Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen wurden über Tiefeninterviews erhoben. Je drei Einfamilienhaussiedlungen, drei innerstädtische Mischgebiete und drei Zeilenbausiedlungen in den Städten Herten, Velbert und Kassel waren in die Untersuchung einbezogen.

Vor- und Nachteile unterschiedlicher Siedlungsformen
Bestimmte Siedlungsformen eignen sich besser oder schlechter für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Eltern im Einfamilienhausgebiet sind zum Beispiel mit der Nutzbarkeit wohnungsnaher Flächen für Kinder zufrieden, wissen aber gleichzeitig, dass diese Siedlungsform für jugendliche Freizeitbedürfnisse wenig zu bieten hat. Eltern im Mischgebiet sind mit den Freiraumbedingungen für Kinder weniger zufrieden. Dafür sind ihre Kinder bereits im Grundschulalter im Alltag wesentlich eigenständiger (zu Fuß) unterwegs. So werden in Mischgebieten deutlich weniger Kinder von ihren Eltern zur Schule gebracht als in den beiden anderen Siedlungsformen. Das gleiche gilt für regelmäßige Freizeitaktivitäten am Nachmittag. Im Einfamilienhausgebiet ist der Begleitaufwand für Eltern – zwei Drittel der 11- bis 14-Jährigen werden hier mit dem Auto zum Freizeittermin gefahren – wesentlich höher als für Eltern im Mischgebiet – hier erreichen über drei Viertel der 11- bis 14-Jährigen ihren Freizeittermin eigenständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.


Anforderungen an die Stadtplanung

Die Kinderfreundlichkeit von Einfamilienhaussiedlungen greift zu kurz und bringt Jugendlichen und anderen Altersgruppen nur mangelnde Wertschätzung entgegen. Vielmehr müssen die Vorteile der einzelnen Siedlungsformen städtebaulich zusammengebracht werden. Die aus Elternsicht genannten Vorteile von Einfamilienhaussiedlungen – Straßen mit wenig Autoverkehr, Ruhe und grüne Freiräume, private Gärten, gute Nutzbarkeit wohnungsnaher Flächen für Kinder – sind auf urbane Wohnformen mit Geschosswohnungsbau zu übertragen. Damit werden die Qualitäten städtischer Mischgebiete – gute Nahversorgung, Vielfalt an Angeboten, kurze Wege zu alltäglichen Zielen, gutes ÖPNV-Angebot, abwechslungsreiche Architektur, eigenständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen – ergänzt. Zu diesem Zweck müssen städtische Wohnstraßen als Lebensraum und weniger als Verkehrsraum bewertet werden. Eine weitergehende Verkehrsberuhigung bedarf der Verlagerung öffentlicher Parkstände auf private Flächen. Das Beispiel Tübingen-Südstadt zeigt, dass dies (zumindest im Neubau) möglich ist und mit hoher Zufriedenheit angenommen wird. Familienfreundliche Siedlungsbereiche haben sich am Leitbild der Nahmobilität zu orientieren. Fußläufig erreichbare Ziele erleichtern den komplexen Familienalltag, reduzieren zweitaufwändige Begleitwege der Eltern und ermöglichen bereits kleineren Kindern eine eigenständige Mobilität.

Kontakt: Henrik Freudenau, 0231/90 51 279, henrik.freudenau@ils.nrw.de (aus: „journal“ 2/2004 des ILS NRW)
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