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Zucker: Gut oder böse?

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Zucker: Gut oder böse?

Zucker: Gut oder böse?

Beitragvon Oliver » So 9. Sep 2012, 01:00

Zucker: Gut oder böse?


Schokolade ist köstlich, cremig, süß, lecker – und ungesund. Sind die Schleckereien wirklich so schlimm
wie ihr Ruf? Machen sie uns tatsächlich erst dick und später noch krank?

Die Bundesbürger vertilgen pro
Kopf im Jahr rund 28 Kilogramm Süßwaren. Drei Kilo überwiegend salzige Knabberartikel kommen noch
dazu. Zudem lösen sich jährlich bei jedem von uns etwa sechs Kilo Haushaltszucker in Kaffee, Tee und
Kuchenteig auf. Zucker liefert nur „leere“ Kalorien, wie Ernährungswissenschaftler sagen. Im Klartext: Er
enthält weder Vitamine noch Mineral- und Ballaststoffe. Zucker galt sogar jahrelang als Vitamin-B1-
Räuber – dieser Irrglaube ist aber längst widerlegt. Zwar ist Vitamin B1 beim Abbau von Zucker tatsächlich
als Coenzym tätig, doch es wird bei diesem Prozess nicht verbraucht, wie früher angenommen.
Süße Limo ist das Hauptübel
Auch soll Zucker dem Körper Kalzium entziehen, einen wichtigen Baustoff für unsere Knochen. Diese
Vermutung beru hte auf einer falsch gedeuteten Studie aus den 1920ern. Kaninchen, denen Zucker unter
das Futter gemischt wurde, litten nach rund fünf Monaten unter Knochenerweichung. Heute geht man
davon aus, dass damals Vitamin-D-Mangel die eigentliche Ursache für den Knochenschwund war. In großen
Mengen verzehrt, können die süßen Kristalle jedoch eine vollwertige Ernährung verdrängen. Dabei
geht die Gefahr nicht vom Naschwerk aus. Schuld sind in erster Linie gezuckerte Getränke. „Viele Kinder
und Jugendliche nehmen bis zu 30 Prozent ihrer Energie – manche sogar noch mehr – vor allem in Form
zuckergesüßter Getränke auf“, beschreibt Professor Hans Hauner, Direktor des Else-Kröner-Fresenius-
Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München, das Problem.
Cola und Co. verursachen Karies und machen dick
Ob der Organismus von Kindern weniger Vitamine (vor allem Vitamin C) aufnimmt, wenn gesunde Ernährung
durch süße Getränke ersetzt wird, ist unklar. Manche Studien scheinen diesen Effekt zu bestätigen,
andere geben keine Hinweise darauf. Eindeutig erwiesen ist dagegen, dass süße Limonade, Cola und Eistee
nicht nur die Entstehung von Karies begünstigen, sondern auch dick machen. Das jedenfalls sind die
Ergebnisse einer weiteren amerikanischen Untersuchung. Jugendliche, die pro Tag zusätzlich zu ihrer
sonstigen Ernährung 0,33 Liter zuckerhaltige Limonaden tranken, nahmen über einen Zeitraum von acht
Jahren im Schnitt acht Kilogramm zu. Ähnliche Studien aus Europa weisen in die gleiche Richtung.
Fatale Kombination: süß und fett
Zunehmen ist also eher ein Bilanzproblem, meint auch Professor Hans Georg Joost, Direktor des Deutschen
Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. „Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt,
wird dick“, erklärt der Wissenschaftler. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir zu viel naschen, zu viele Frikadellen
oder übermäßig Weißbrot in uns hineinstopfen. Die Menge macht es. Weil sich in Süßigkeiten oft
reichlich Fett versteckt, sind sie obendrein hochkalorisch. Ein Gramm Zucker liefert etwa vier Kilokalorien,
ein Gramm Fett mehr als das Doppelte. Eine Tafel Milchschokolade enthält knapp ein Drittel Fett. „Die
Kaloriendichte der Lebensmittel ist in den vergangenen 30 Jahren gestiegen. Und Süßigkeiten tragen
immer mehr dazu bei. Das ist das Problem“, vermutet Joost. Zudem sättigen Schleckereien nicht lange,
sodass wir nach ihrem Genuss schon bald wieder Appetit haben.
Die Sage von den Glückshormonen
Seit Kindheitstagen trösten uns Bonbons und Schokolade über kleine Wehwehchen und Seelentiefs hinweg.
In den 70er Jahren schienen Forscher die wissenschaftliche Begründung dafür gefunden zu haben:
Kohlenhydratreiche Lebensmittel heben die Stimmung, weil durch sie der Serotoninspiegel – ein Botenstoff
im Gehirn – steigt. Der Begriff „Glückshormone“ war geboren. Wohl kann durch Zucker eine gewisse
Serotoninausschüttung erfolgen, sagen Ernährungswissenschaftler. Dennoch ist der glücklich machende
Effekt beim Menschen nur schlecht belegt. „Allein der Geschmack einer leckeren Süßigkeit verursacht
eine angenehme Empfindung im Gehirn. Das reicht eigentlich schon, um zu erklären, warum wir gern
Süßes essen“, findet Joost.

Wer viel Süßes nascht, bekommt Zucker – auch ein Märchen?
Auch wenn es um mögliche Krankheiten geht, ist Zucker oft der Sündenbock. So kursiert die Vorstellung,
wer zu viel Süßes nascht, bekommt einen Typ-2-Diabetes. „Da steckt ein Körnchen Wahrheit drin. Verglichen
mit dem Risikofaktor Übergewicht ist dieser Effekt des Zuckers jedoch gering“, erklärt der Ernährungsexperte.
Bereits leichtes Übergewicht erhöht das Diabetes-Risiko deutlich und kann die Wirkung des
körpereigenen Insulins beeinträchtigen. Erst wenn schon eine Insulinresistenz besteht, beschleunigt hoher
Zuckerkonsum die Krankheit.
Das Fazit: Dosiert und kontrolliert hin und wieder Süßes essen ist erlaubt. „Bis zu zehn Prozent
der Gesamtenergiemenge pro Tag sind sicher unbedenklich“, sagt der Münchner Ernährungsmediziner
Hauner. Dies entspricht 50 bis 60 Gramm Zucker. Das klingt nach mehr, als es ist. Denn bei diesen Mengen
denken wir meist nur an Bonbons, Schokolade und Gummibärchen und berücksichtigen nicht den
hohen Zuckeranteil in süßen Getränken.


(Apotheken Umschau/GesundheitPro.de vom 9. Mai 2005)
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