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Gute Teamarbeit- Tips bereits hier- keine Fortbildung

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Gute Teamarbeit- Tips bereits hier- keine Fortbildung

Beitragvon Oliver » Do 6. Sep 2012, 13:35

Teamarbeit braucht Regeln

Das Miteinander der Kollegen muss gut abgestimmt sein, sonst droht Frust

Manager lieben Teams. Gruppenarbeit gilt als kreativ, schnell und erfolgreich. Weniger beliebt ist die Erkenntnis,
dass Teamarbeit in der Praxis kläglich scheitern kann: Statt brillanter Ideen präsentieren die
Mitarbeiter langweilige Kompromisslösungen, oder sie reiben sich in zahllosen Besprechungen auf und
kommen am Ende gar nicht mehr voran.
„Das Potenzial der Teamarbeit zu aktivieren ist eine schwierige Aufgabe, die eine gute Ausbildung
erfordert“, sagt Guido Hertel, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität
Würzburg. Das beginnt schon bei der Frage, welche Projekte sich überhaupt für Gruppenarbeit eignen.
„Gemeinschaftsleistungen sind Einzelarbeiten nicht automatisch überlegen“, weiß Dr. Tobias Felsing, der
an der Technischen Universität Darmstadt über Teamarbeit forscht.


Brainstorming – beliebt, aber nicht immer effektiv

So haben Studien die Vorstellung widerlegt, dass stets mehr und bessere Ideen entstehen, wenn sich
Leute zum „Brainstorming“ an einen Tisch setzen, statt ihre Einfälle allein zu entwickeln und dann erst zu
sammeln und auszuwerten. „Die gemeinsame Ideenfindung“, erklärt Felsing, „behindert den Austausch
manchmal.“ Der eine schweigt zum Beispiel aus Furcht vor einer Blamage. Ein anderer kann seine Gedanken
nicht zu Ende bringen, solange er den Vorschlägen der Kollegen lauscht.


Teamarbeit will gut vorbereitet sein
Eine weitere Hürde bilden die Arbeitsbedingungen: In welche Teilaufgaben gliedert sich das Projekt? Wie
lange dauert es? Welche Qualifikationen sollten die Beteiligten dafür mitbringen? Können sie sich schnell
abstimmen, oder müssen sie sich womöglich über Kontinente hinweg per Videokonferenz verständigen?
Solche Faktoren sind entscheidend für die Wahl der Teamgröße und der Fachleute. Bleiben sie
unberücksichtigt, hat die Gruppe schlechte Startbedingungen.


Der Erfolg kommt nicht sofort
Doch selbst sorgfältige Planung ist kein Erfolgsgarant. „Führungskräfte dürfen nicht erwarten, dass ein
Team sofort funktioniert“, sagt Hertel. „Das wird bei der Arbeitsorganisation noch häufig übersehen.“
Gruppen erhalten oft zu wenig Zeit, um ihre Vorzüge zu entwickeln. Sie werden vorschnell als gescheitert
eingestuft.
„Je bunter die Zusammensetzung, desto mehr Vorlauf benötigt ein Team in der Regel“, betont
Felsing. Sein Spezialgebiet sind Gruppen, in denen Experten verschiedener Berufe zusammenarbeiten.
„Viele Bereiche“, erläutert er, „haben eine eigene Fachsprache und eine spezielle Art, Probleme zu betrachten
und Arbeiten anzugehen.“
Gemischte Teams müssen erst einmal ausloten, wer welche Kenntnisse zur Lösung der Aufgabe
beisteuern kann. Außerdem gilt es, sich auf eine gemeinsame Arbeitsgrundlage zu einigen. Entscheidend
sei dabei, dass sich ein von allen Teammitgliedern getragenes Gruppenziel herauskristallisiert und dadurch
ein „Wir-Gefühl“ entsteht.
„Manche Teams“, berichtet Felsing, „schaffen das alleine. Andere benötigen Begleitung durch einen
unabhängigen Berater.“ Es ist die Aufgabe des Managements, für die notwendige Unterstützung zu
sorgen.



Konflikte im Team auffangen

Unterstützung und Beratung brauchen Teams oft nicht nur, um Aufgaben zu verteilen und gemeinsame
Ziele festzulegen. Das Gespür und flexible Eingreifen des Managements sind außerdem gefordert, wenn
es darum geht, Gruppen durch die Konfliktfelder des gemeinschaftlichen Arbeitens zu manövrieren. „In
den meisten Teams gärt es zwischendurch“, sagt Professor Guido Hertel. „Wenn es die Gruppe schafft,
damit offen umzugehen und sachlich zu diskutieren, sind Meinungsverschiedenheiten ein Quell für neue
Ideen.“


Negative Gruppendynamik

Versagt die Selbstregulierung, kann eine Dynamik entstehen, die selbst dem motiviertesten Mitarbeiter
den Spaß vergällt. Die Lernforschung hat solche ungünstigen Verhaltensmuster untersucht.
Ein typisches Beispiel: Anfangs übernehmen Kollegen, die viel wissen und schnell vorankommen
wollen, freiwillig mehr Arbeit. Sie würden sich sonst langweilen. Einige andere lehnen sich daraufhin zurück
– bis ihr „Arbeitstier“ sich ausgenutzt fühlt und die Kooperation verweigert: der „Bin ich denn der
Depp“-Effekt. Was die Gruppe dann noch auf die Beine stellt, ist häufig die Lösung mit dem geringsten
Arbeitsaufwand und dem wenigsten persönlichen Ärger.


Arbeitsleistungen transparent machen

„Für den Erfolg ist es wichtig“, rät Hertel, „dass die Beteiligten immer wieder darüber sprechen, wie es
mit der Gruppe läuft.“ Erfahrene „Teamplayer“ schaffen es, so manche kritische Situation von vornherein
zu vermeiden. „Sie sorgen zum Beispiel dafür“, erklärt Dr. Felsing, „dass erkennbar wird, welcher Mitarbeiter
welchen Beitrag liefert.“ Das erleichtert die gerechte Arbeitsteilung und würdigt auch die Einzelleistung.
Passive Kollegen können sich nicht zurückziehen, rücksichtslose Naturen haben es schwerer, sich
auf Kosten anderer in den Vordergrund zu spielen.


Individuelle Lösungen für erfolgreiche Gemeinsamkeit

„Wenn ein Team nicht funktioniert“, fasst Hertel zusammen, „liegt es oft an organisatorischen Mängeln,
seltener an den Mitarbeitern selbst.“ Im Zweifel könne nur eine Analyse des Einzelfalls die Schwachstellen
zutage fördern. „Es spielen zu viele Aspekte hinein“, sagt Hertel, „als dass einfache Rezepte weiterhelfen.“
Gerade die aus der Vielfalt erwachsende Unwägbarkeit, glauben Experten, birgt den Gewinn der
Teamarbeit. Wenn alles gut geht, lernen die Beteiligten voneinander und beflügeln sich gegenseitig. Dem
Unternehmen bringt das einen strategischen Vorteil. Für die Mitarbeiter zählt oft eher der soziale Gesichtspunkt.
„Gemeinsam etwas zu schaffen“, sagt Hertel, „macht mehr Spaß, als alleine zu werkeln.“


Teamarbeit (Teil 3): Fit fürs Team?

Teamfähigkeit erforderlich. Das steht in den meisten Stellenausschreibungen. Hinter dem Begriff
„Teamfähigkeit“ verbergen sich gleich mehrere Schlüsselqualifikationen, die einen förderlichen Umgang
zwischen Menschen kennzeichnen:
– Kommunikationsfähigkeit: Teamarbeiter müssen nicht nur ihre eigenen Beiträge verständlich
und präzise vorbringen. Sie müssen auch in der Lage sein, zuzuhören, sonst haben neue Ideen
keine Chance, zu anderen durchzudringen.
– Kritikfähigkeit: Manche Menschen neigen dazu, Kritik an der Sache als Angriff auf ihre eigene
Person umzudeuten. Um den nötigen Abstand zu gewinnen, hilft oft ein spezielles Training. Auch
die Fähigkeit, Einwände sachlich zu formulieren, lässt sich üben. Kommt es im Team tatsächlich
zu persönlichen Anfeindungen, muss das aber nicht hingenommen werden.
– Vertrauen: Gruppenarbeit lebt davon, dass Kollegen bereit sind, Wissen und Kompetenzen wei-terzugeben.
Dafür können sie erwarten, auch selbst von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
– Kooperationsfähigkeit: Für das gemeinsame Ziel muss man Abstriche machen – auch bei Füh-rungsansprüchen.
Sich komplett unterzuordnen, wäre aber falsch und ist auch gar nicht er-wünscht.

(Apotheken Umschau vom 12. April 2006)
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